Notgroschen: wie hoch sollte Deine finanzielle Rücklage sein?

Der Notgroschen sichert Dich vor finanziellen Notlagen ab. Unverhofft steht manchmal eine Autoreparatur an, oder die Waschmaschine geht kaputt. Dafür solltest Du Rücklagen zwischen 3-6 Netto-Monatsgehälter gesichert haben.

Am besten parkst Du dieses Geld auf einem Tagesgeldkonto. Erfahre hier, warum der Notgroschen so wichtig ist und warum ihn wirklich jede:r aufbauen sollte, auch Du.

Inhalt

Die wichtigsten Informationen zum Notgroschen

  • Für finanzielle Notlagen benötigst Du Rücklagen, die nicht investiert werden. Das ist Dein Notgroschen.
  • Das Geld muss schnell verfügbar sein. Daher legst Du es auf ein extra Giro- oder Tagesgeldkonto.
  • Den Notgroschen sparst Du an, bevor Du Dein Geld in Aktien oder ETFs investierst.
  • Zwischen 3 bis 6 Nettomonatsgehältern sollten Deine Rücklagen liegen.

Wofür ist der Notgroschen gedacht?

Du wählst eine Anlagestrategie und investierst Dein Geld gewinnbringend an der Börse. So baust Du kontinuierlich Vermögen auf. Wie das geht und 12 wichtige Tipps für den Start an der Börse, kannst Du in meinem Artikel: Investieren für Anfänger nachlesen.

Um Deine Finanzplanung nicht über den Haufen werfen zu müssen, falls unerwartete Zahlungen auf Dich zukommen, legst Du einen Notgroschen an.

Der Notgroschen ist also Deine eiserne Reserve. Er wird nur in finanziellen Notlagen verwendet. Hier ein paar Beispiele:

  • Elektrogeräte sind kaputt (z.B. Spühl- oder Waschmaschine)
  • Autoreparatur
  • Unerwartete Arbeitslosigkeit
  • Schwere Erkrankungen
  • Pflege von Familienangehörigen

Du siehst also, dass der Notgroschen sozusagen Dein Leben finanziell absichert.

Keine:r geht davon aus gekündigt zu werden, aber selbst in den sichersten Jobs, können unerwartete Ereignisse zu einer Kündigungswelle führen. Wenn Dir das passiert, brauchst Du Rücklagen, um z.B. Deine Miete weiter zahlen zu können.

Wie hoch sollte Dein Notgroschen sein?

Wie hoch der Notgroschen sein sollte, ist immer davon abhängig, wie Deine persönliche Situation ist. Wie hoch ist Deine Risikobereitschaft? Hast Du Kinder und Familie, die Du mitversorgen musst?

Der Notgroschen sollte zwischen drei bis sechs Netto-Monatsgehältern liegen. Als Untergrenze kannst Du einen Wert von 10.000€ festlegen.

Da Dich der Notgroschen auch vor Jobverlust schützen soll, kannst Du Dich gut an Deinem Netto-Monatsgehalt orientieren. Du solltest in der Lage sein, Deine Rechnungen und Deinen Lebensunterhalt trotz Arbeitslosigkeit, drei bis sechs Monate problemlos weiterzahlen zu können.

So baust Du Deinen Puffer auf

Wenn Du bis jetzt noch keine Rücklagen gebildet hast, fang am besten gleich damit an. Denn wirklich erschreckend ist, dass 1/3 aller Deutschen keinerlei finanzielle Rücklagen besitzen, wie Du an der nachfolgenden Abbildung sehen kannst.

Auch wenn diese Untersuchung der ING International schon etwas zurück liegt (von 2018), zeigt es deutlich und erschreckend, dass zu viele Menschen keinerlei Ersparnisse besitzen. Du allein kannst etwas an dieser Situation ändern und vor allem für Dich diesen Zustand verbessern.

Kein Notgroschen nach Ländern

LU=Luxemburg, TR=Türkei, NL=Niederlande, BE=Belgien, CZ=Tschechien, IT=Italien, ES=Spanien, PL=Polen, AT=Österreich, FR=Frankreich, UK=England, DE=Deutschland, RO=Rumänien, US=USA,  AU=Australien

Alle Antworten, die mit “NEIN” auf die Frage: “Verfügt der eigene Haushalt über irgendwelche Ersparnisse?” geantwortet haben; Quelle: ING International Survey

Am einfachsten sparst Du Dir den Notgroschen an, indem Du jeden Monat einen kleinen Teil Deines Einkommens dafür sparst. So schaffst auch Du es finanzielle Rücklagen zu bilden:

Monatliche Sparrate: Wenn Du 10-20% Deines Einkommens monatlich sparen kannst, ist das ein super Anfang.

Weihnachts- Urlaubsgeld: Diese „extra“ Gehälter kannst Du auch gleich für den Aufbau Deines Notgroschens verwenden. Das ist dann ein super Booster.

Steuerrückzahlung: Mach auch jeden Fall jährlich Deine Einkommenssteuererklärung. Das lohnt sich fast immer. Die Steuerrückzahlung kannst Du wieder in Deinen Notgroschen stecken.

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Wie Du den Notgroschen aufbewahren solltest

Lass Deine Rücklagen nicht auf Deinem Konsumkonto liegen. Also Deinem Girokonto mit Gehaltseingang. Hier gibst Du den Notgroschen zu leicht “aus versehen” aus.

Dein Notgroschen, oder auch Liquiditäts-Puffer genannt, muss folgende Punkte jederzeit erfüllen:

  • Leicht zugänglich
  • Kurzfristig verfügbar
  • Sicher aufbewahrt

Bei der Aufbewahrung der Rücklage in der Spardose Zuhause, ist Dein Notgroschen nicht sicher. Bei Diebstahl ist sie meistens nicht mitversichert.

Den Notgroschen anlegen in Wertpapiere (z.B. Aktien oder ETFs) ist auch eine schlechte Idee. Die Chance, dass die Kurse genau dann, wenn Du das Geld benötigst, negativ sind, ist zu hoch. Dann müsstest Du Deine Anteile mit Verlust verkaufen.

Die beste Wahl Deine Rücklage zu parken ist das Giro- oder Tagesgeldkonto. Du bekommst hier kaum Zinsen. Trotzdem ist es besser den Notgroschen nicht anzulegen. Denn wenn Du tatsächlich in eine finanzielle Notsituation kommen solltest, bist Du nicht gezwungen Deine komplette Finanzplanung und Altersvorsorge anzugreifen.

Die besten Tagesgeldkonten für den Notgroschen

Warum ein Tagesgeldkonto? Nun ja, wenn Du das Geld auf dem Girokonto lässt, verlierst Du schnell den Überblick welches Geld Du noch zur freien Verfügung hast und welches Geld für den Notgroschen gedacht ist.

Im Gegensatz zu einem Festgeldkonto, kannst Du mit einem Tagesgeldkonto jederzeit auf Deine Ersparnisse zugreifen. Dein Geld bleibt also liquide und genau das ist richtig für den Notgroschen. 

Falls Dir die Zinsen aufs Tagesgeld bei Deiner Hausbank zu gering sind, kannst Du hier ein Tagesgeldkonto eröffnen:

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Zinsen pro Jahr

3,6%

für bis zu 100.000€ Anlagesumme für 6 Monate

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Zinsen pro Jahr

3,75%

auf das Tagesgeld mit 6 Monaten Zinsgarantie

Solltest Du den Notgroschen in ETFs anlegen?

Es macht keinen Sinn den Notgroschen in ETFs anzulegen. Die Chance, dass Du gezwungen bist Deine Anteile mit Verlust zu verkaufen, ist zu groß.

ETFs haben einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren. Also solltest Du mindestens 10 Jahre das Geld in dem ETF investiert lassen. Da es gut sein kann, dass Du vor dieser Frist widererwartend Geld benötigen solltest, ist es besser den Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto zu legen.

Wann startest Du mit dem ansparen Deiner Rücklage?

Am besten ist es, wenn Du erst den Notgroschen ansparst und danach mit dem Investieren beginnst.

Du kannst aber auch beides parallel laufen lassen. Wenn Du z.B. jeden Monat 250€ sparen möchtest, kannst Du 150€ auf Dein Tagesgeldkonto für den Notgroschen überweisen und die restlichen 100€ in ETFs investieren.

Fazit: Darum sollte Jede:r, auch Du, einen Notgroschen haben

Der Notgroschen ist sehr wichtig, da er Dir in finanziellen Notlagen Sicherheit gibt. Du bist dann nicht gezwungen Deine ETF-Anteile zu verkaufen.

Wie hoch der Notgroschen sein sollte, weißt Du jetzt. Nämlich drei bis sechs Netto-Monatsgehälter.

Am besten sparst Du das Geld auf einem Tagesgeldkonto an und investierst den Notgroschen nicht in ETFs oder Einzelaktien.

Häufig gestellte Fragen

Der Notgroschen sollte zwischen drei bis sechs Netto-Monatsgehältern liegen. Du kannst individuelle Faktoren, wie Familie, Jobsicherheit und Dein persönliches Sicherheitsgefühl mit einbeziehen.

Nein. ETFs haben einen Anlagehorizont von mehr als 10 Jahren. Da der Notgroschen auch kurzfristig verfügbar sein muss, lebst Du ihn besser auf einem Tagesgeldkonto an.

Es ist sinnvoll, bevor Du mit dem Investieren in Aktien und ETFs beginnst, Deinen Notgroschen angespart zu haben. Aus psychologischer Sicht, kannst Du aber auch beides parallel aufbauen. Du bekommst dann schon einmal ein Gefühl für den Aktienmarkt und erlangst mehr Sicherheit.

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